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Etymologie

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Etymologie Artikel

Etymologie (v. altgr.: ετυμος etymos = wahrhaftig, wirklich + λογος logos = Vernunft, Wort) ist die Lehre von der Herkunft und Bedeutungsentwicklung der Wörter.

Entgegen der Bedeutung von altgr. ετυμος darf man aber unter einer "wahrhaftigen" nicht normativ die (einzig) "richtige" Bedeutung verstehen.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Duden 07. Das Herkunftswörterbuch Informativ und unterhaltsam - Dieses Buch gehört in jedes Bücherregal. Das Lesen darin ist eine Wonne, man bekommt Lust auf die deutsche Sprachgeschichte, gleichzeitig erhöht man seine Allgemeinbildung. Auch für Kinder ab 10 Jahre (mit Unterstützung) interessant. Mit diesem Buch erwirbt man sich das besondere Allgemeinwissen. Dieses Buch...

Grundlegende Ideen

  • Häufig wird ein komplexeres Wort vereinfacht (zum Beispiel durch Abkürzung Automobil -> Auto). Die Muster, nach denen Wörter vereinfacht werden, ändern sich.
  • Wörter aus der Umgangssprache, aus Dialekten und aus dem Jargon kommen in die Standardsprache und umgekehrt.
  • Wörter, insbesondere wenn sie negativ besetzte weitere Bedeutungen haben, verschwinden ganz, oder in bestimmter Verwendung aus dem Sprachschatz. (Beispiel: Weib – anders als in dem Englischen (wife), in der Bedeutung Gattin in Hochdeutsch durch Frau bzw. Ehefrau ersetzt, ca. noch in wenigen Dialekten ohne negative Bedeutung vorhanden.)
  • Vulgäre Wörter werden beschönigende Nennungen und umgekehrt.
  • Wörter werden zusammengesetzt. (Rindfleisch, Schraubenmutter)
  • Wörter werden in ihrem Inhalt erweitert oder eingeschränkt.
  • Akronyme werden Wörter
  • Die Grenzen zwischen Wörten bewegen sich. Beispiel: aus (Englisch) 'a nadder' wurde 'an adder'.
  • Wörter kommen aus speziellen Fachgebieten, anderen Kulturen oder aus der Literatur (Beispiel: Roboter)
  • Wörter können nach einem Ort oder nach einer Person benannt sein. (Beispiel: Lynchjustiz)
Buch-Tipp: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache Rechtschreibung Unbekannter Rezensent schrieb: "Dies haben die Herausgeber jedoch wohl zu wörtlich genommen und die neueste Auflage von 2002 (!) noch in der alten Rechtschreibung gedruckt. Und dies mit der Begründung in dem Vorwort, es sei nicht genügend Zeit für eine Umstellung auf die neue Rechtschreibung vorhanden gewesen! Man wolle mit der Änderung...

Beispiele aus der Geschichte

Bereits in der Antike wird über die Richtigkeit der Namen diskutiert (siehe: Plato, Kratylos).

Im Mittelalter wurde der etymologische Sinn eines Begriffes als seine ihm tatsächlich innewohnende wahre Bedeutung verstanden. Dem absoluten behandelten Wort - ohne die Berücksichtigung seines Zusammenhanges in Kontext und Geschichte schrieb man eine entscheidende Bedeutung zu. (siehe: mittelalterliche Exegese, Physiologus, (der Tiernamen aus der Wortgestalt zu erklären sucht), oder die Legenda aurea , die vor der Vita eines Heiligen zunächst seinem Namen breite Aufmerksamkeit widmet.)

Über die antike/christlich-mittelalterliche Etymologie interpretierte man femina Frau in Ableitung aus fe von fides Glaube; und mina von minus klein, als ein "Wesen von kleinerem Glauben". (siehe auch: Berserker, grölen, kredenzen)

Als wichtigster Autor des Mittelalters in dem Sammeln etymologischen Materials gilt Isidor von Sevilla.

Gegenwärtig versteht man unter Etymologie den Bereich der Semantik, der die Herkunft eines Wortes bzw. die Wortgeschichte behandelt. Etymologische Wörterbücher enthalten Wörter und ihre jeweilige Entstehungsgeschichte.

Ein erstaunliches Beispiel aus der etymologischen Forschung ist die Herkunft des Wortes Ampel: Die Ampel ist indirekt aus dem griechischen Wort amphorèus entstanden: Dieses fand als ampulla Eingang in das Lateinische und wurde von dort in das Althochdeutsche entlehnt (siehe Lehnwort). Aus ampulla wurde durch Lautänderungen in dem Laufe der Zeit Ampel. Die Ampel war also ein Gefäß wie die Amphore. Sie war in dem Mittelalter mit Petroleum gefüllt und diente als ewiges Licht in Kirchen. Später wurden hängende Deckenbeleuchtungen in Wohnungen als Ampel genannt. Heute ist die Ampel als Leuchtsignal in dem Straßenverkehr bekannt. Das Wort hat eine Bedeutungsverschiebung und Bedeutungsverengung erfahren.

Buch-Tipp: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Über 8000 Einträge. Etymologie in richtigem Deutsch - alles andere ist Unsinn! Ein großartiges etymologisches Wörterbuch! Es ist umfangreich genug, daß man wirklich ausreichende Hintergrundsinformationen zu den einzelnen Stichwörtern bekommt und andererseits doch nicht so ausführlich, daß man bei der Lektüre überfordert wäre. Die Wörter gewinnen an Lebendigkeit,...

Volksetymologie

In der Volksetymologie werden häufig Hinweise über die Herkunft von Wörtern gegeben, die plausibel aber trotzdem falsch sind. Volksetymologische Herleitungen wurden zu dem Beispiel bei einer Reihe von Veränderungen von Schreibweisen nach der Rechtschreibreform von 1996 benutzt.

Buch-Tipp: Lateinische Synonymik (Sprachwissenschaftliche Studienbücher) Nützliches Synonym-Kompendium Hermann Menge stellt dem interessierten und aktiven Freund der lateinischen Sprache erneut ein gutes und sinnvolles Werk zur Seite, was diesem bei der Erschließung der Sprache in all ihren Einzelheiten helfen soll und dies auch tut. Unterteilt nach deutschen Verben, Adjektiven und Substantiven listet Menge alle Vokabeln...

Verwandte Gebiete

Die Semasiologie ist innerhalb der Semiotik die Lehre von den Wortbedeutungen. Die Namenforschung geht speziell auf die Geschichte, Bedeutung und Verbreitung von Namen ein.

Siehe auch: Fremdwort, Volksetymologie, Griechisch, Latein, Liste griechischer Präfixe, Liste griechischer Suffixe, Liste lateinischer Präfixe, Liste lateinischer Suffixe== Literatur ==

Buch-Tipp: Professor Udolphs Buch der Namen. Woher sie kommen - Was sie bedeuten Lesen! Udolph gibt in drei Teilen sowohl eine Einführung in die Geschichte unserer Namen, interessanten Lesstoff zu außergewöhnlichen Nachnamen und eine Anleitung zur Selbstforschung. Leider ist das Buch kein Computerprogramm. Auch ich würde gerne auf Knopfdruck die Bedeutung meines Nachnamens erfahren. Aber nach der Lektüre wird klar, warum...

Weblinks


Weiteres zu dem Artikel Etymologie

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